Mitgliederversammlung des Mehlentaler SV: Vorstand informiert über eine bedeutende sportliche Neuerung.

 

Gondenbrett (red) Ganz im Zeichen einer entscheidenden Veränderung in der 54-jährigen Vereinsgeschichte stand die Jahreshauptversammlung des Mehlentaler SV (MSV) am Fronleichnamstag im Clubheim auf der Sportanlage an der Mehlener Straße: Erstmals geht man eine Spielgemeinschaft ein – am 1. Juli beginnt offiziell die zunächst auf drei Jahre ausgelegte, aber langfristig angedachte Kooperation mit dem SC Bleialf.

„Die Anfrage von Bleialfer Seite kam nach deren Trennung von der SG Winterspelt/Habscheid ziemlich kurzfristig. Doch in den wenigen Wochen hatten wir sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen vom SC und sind uns einig geworden – natürlich nicht ohne vorher ein Stimmungsbild von unseren Aktiven einzuholen“, berichtete Vorsitzender Gustav Döhring den Mitgliedern. Phasenweise dramatisch hatte sich in der abgelaufenen Saison die Personalsituation beim MSV zugespitzt – der wohl entscheidende Grund, warum die von Uwe Zeimmes trainierte Mannschaft erst im letzten Relegationsspiel mit dem 1:0 gegen die SG Lasel-Feuerscheid/Burbach/Schönecken den Klassenverbleib in der Kreisliga B perfekt machte und dabei noch auf Schützenhilfe des SV Neunkirchen-Steinborn II angewiesen war.

Einige Spieler, die sich zum Teil verletzt haben, wollen nicht mehr auf den Platz zurückkehren, und Jugendspieler aus dem Mehlental gibt es so gut wie keine mehr. „Der demographische Wandel macht auch vor uns nicht halt, zumal wir bei uns im Gegensatz zu anderen Dörfern über kein Neubaugebiet verfügen, aus dem man als Verein Nachwuchsfußballer generieren kann“, ließ Jugendleiter Winfried Vicktorius durchblicken.

Durch die Spielgemeinschaft mit dem SC Bleialf („Wir kennen viele Leute dort und können gut mit ihnen“, so Vorsitzender Döhring) sollen die personellen Kräfte nunmehr gebündelt werden. Die erste Mannschaft in der Kreisliga B trägt in der neuen Saison den Namen SG Mehlental/Bleialf, gespielt wird in der Hinrunde auf der Sportanlage an der Mehlener Straße in Gondenbrett. Auf Uwe Zeimmes haben sich die Vorstände als Trainer geeinigt. Und mit Volker Klares kommt auch der Coach der zweiten Mannschaft (startet in der Kreisliga D) aus dem MSV-Lager. „Aufgrund einiger Spieler, die in der neuen SG ein Comeback planen, ist sogar die Gründung einer dritten Mannschaft angedacht“, sagte Albert Hoffmann, der zweite Vorsitzende und neue sportliche Leiter auf Mehlentaler Seite.

Eines versuchte der MSV-Vorstand den Mitgliedern aber klarzumachen: Der bislang wegen seiner langanhaltenden Eigenständigkeit so selbstbewusste Verein soll seine Identität wahren. „Wir werden so zum Beispiel weiter gemeinsam mit der Feuerwehr unseren Nachtumzug an Karneval und unsere Sporttage veranstalten“, betonte Gustav Döhring.

Im Rückblick wies Geschäftsführer Andreas Arens das Gala-Topspiel am 1. August vergangenen Jahres als „einen der absoluten Höhepunkte in der Vereinsgeschichte“ aus. Die mit Legenden wie dem 1990er Weltmeister Guido Buchwald oder Euro-Eddy Edgar Schmitt angetretene Lotto-Elf spielte mit den 36000 Euro einen der höchsten Beträge seit ihrer Gründung vor inzwischen 20 Jahren ein. „Als es darum ging, Geld zu sammeln für die Handicap-Fußballer von Special Olympics haben alle an einem Strang gezogen. Großartig war auch die Verbindung zur Unternehmerfamilie Bormann, die viele Türen zu Geldgebern öffnete“, so Arens.

Die Idee, sich für und mit behinderte Menschen  einzusetzen, lebt auch bei den anstehenden Sporttagen im Mehlental (12.-16. Juli) auf: Am Sonntag, 14. Juli, kommt es ab 11 Uhr an der Mehlener Straße zu einem inklusiven Training mit Fußballern des MSV und der Eifeler Special-Olympics-Gruppe.

Zwei Tage später, am Dienstag, 16. Juli, ab 18.30 Uhr, folgt die 30. Auflage der Serie Topspiel im Mehlental. Hier treffen die beiden Regionalligisten Alemannia Aachen und die Sportvereinigung 07 Elversberg aufeinander. Die Mehlentaler rechnen mit rund 300 Zuschauern. „Für beide Mannschaften ist das bereits eines der letzten Vorbereitungsspiele, ehe es in der Liga wieder um Punkte geht. Wir erwarten deshalb einen Test unter verschärften Bedingungen“, frohlockt Vorsitzender Döhring.